Die Anfangsgedanken der Predigt wurden inspiriert durch den Vortrag des Gemeindechores, welcher voller Kraft und Überzeugung das Lied: „Herr, das Licht deiner Liebe leuchtet auf“ vortrug. Im Refrain heißt es dort: „Herr, dein Licht strahle auf“. Wie schön, wenn gerade in der nun recht dunklen Jahreszeit ein Licht da ist. Licht, dass Wärme gibt, Licht, dass das Dunkle heller macht. Wir alle können auch solche Lichter sein, und die Liebe, die von Gott in uns hineingelegt wurde, weitergeben.
Für den heutigen Abend haben wir alle Kleidungsstücke ausgewählt. Vielleicht hat der eine oder andere vor seinem Kleiderschrank gestanden und nicht so richtig gewusst, was er anziehen mag.
Es galt also, eine Entscheidung zu treffen. Genau darum geht es: Entscheide dich! Entscheide dich, dein Leben mit Christus zu leben, entscheide dich für das Evangelium. Apostel Paulus, welcher den Brief an die Gemeinde Kolossä geschrieben hat, verwendet, um deutlich zu machen, um was es geht, eine verständliche Sprache: „Zieht an....“ - Das, was wir anziehen wird nach außen hin sichtbar. Wie schön, wenn wir passende Kleidung tragen – wähle doch mal „herzliches Erbarmen“ - habe ein Mitempfinden, eine Empathie gegenüber deinen nächsten Menschen, tue Gutes! Da gibt es in der Gemeinde dann jemandem, der trägt Kleidungsstück der Empathie, es passt ihm gut – er hat einen Blick für den Nächsten, kann sich in seine Situation einfühlen. „Freudigkeit“ - ein weiteres mögliches Kleidungsstück. Dieses „Teil“ kann schnell aufgesetzt wirken. Freundlichkeit, die eingesetzt wird, um einen eigenen Vorteil zu erreichen, das ist keine echte Freundlichkeit, das ist nur Fassade. So ein Kleidungsstück wollen wir nicht tragen. Lasst uns das Kleid der „wahren Freude“ wählen. Wahre Freude bringt zum Ausdruck: „Du bist hier willkommen – es ist gut, dass du da bist.“ Die Demut gehört auch zu den Kleidungsstücken, die wir wählen können. Demut erkennt man daran, wenn es möglich ist, dass ich selbst an mir erkenne, dass ich nicht vollkommen bin. Ich kann den anderen in seiner Unterschiedlichkeit anerkennen. So kann die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit als eine Bereicherung erkannt und angenommen werden. Ein wirklich schönes Kleidungsstück, diese Demut. Auch die Sanftmut könnte so ein Kleidungsstück sein, dass an einigen Stellen noch zwickt und nicht ganz passt; ist man doch möglicherweise von seinem eigenen Temperament her eher überschäumend und nicht zurückhaltend und sanft. Es könnte also sein, dass man seinen Nächsten förmlich überrollt, das ist nicht einmal böse gemeint. Sanftmut ist leise, Sanftmut nimmt auch den wahr, der nicht so stark zu sehen ist. Wie gut, wenn man einen Menschen an seiner Seit hat, dem es gelingt – ohne große Worte – zu beruhigen, zu besänftigen, Ruhe auszustrahlen. Als letztes mögliches Kleidungsstück ist unserem Bibelwort die Geduld benannt. Oh ja – was für ein wunderschönes Kleidungsstück! Passt es dir schon oder fällt es noch schwer, da zuzugreifen, und die Geduld anzuziehen? Wie schön, wenn wir Dingen, unserem Nächsten und den verschiedensten Situationen die Zeit der Entwicklung, des Wachstums und der Reife geben. Immer im Vertrauen auf unseren Gott, der genau dann hilft, wenn die Zeit dafür da ist. Ganz bestimmt gibt es noch vielerlei Kleidungsstücke, die wir anziehen können. Blicke in deinen ganz persönlichen Kleiderschrank und schau einmal, ob du nicht einmal wieder etwas herausnimmst, was ganz hinten lag – es kann doch sein, dass dieses Kleidungsstück jetzt angenehm zu tragen ist und dir passt. Hab den Mut, auch die Dinge zu tragen, die vielleicht noch nicht so ganz passen – wachse hinein. Über alle diese Kleidung ziehe dann die Liebe an – sie macht deine Kleidung perfekt.
„Ende und Anfang“
In dem Apostelgottesdienst wurde Diakon Holger Schäfer nach vielen Jahren der Tätigkeit als Diakon in den Ruhestand versetzt. Mit herzlichen Worten dankte unser Apostel dem Diakon für sein Wirken.
Einen Anfang gibt es für Diakon Julian Meints und Priester Daniel Reimann. Diese Beiden sagten „Ja“ zu einer neuen Aufgabe. Liebevoll wandte sich Apostel Vicriesmann an die Amtsträger und sicherte ihnen Gottes Nähe und Schutz zu.
Mit dem schönen Lied: „Preiset Gott, denn Gott ist Liebe“ fand dieser besondere Mittwochabend einen passenden Abschluss.
Neuapostolische Kirche