Weihegottesdienst
Bereits vor dem eigentlichen Beginn des Gottesdienstes erlebten die Anwesenden einen feierlichen Moment: Der Apostel und die priesterlichen Amtsträger betraten mit der Altarbibel und den Abendmahlskelchen den Kirchensaal und schritten gemeinsam zum Altar. Anschließend begann der Gottesdienst mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“.
Nach dem Gebet, der Verlesung des Bibelwortes und einem Chorlied begrüßte Apostel Vicariesmann die Gemeinde mit den Worten: „Willkommen im neuen Zuhause!“
Anschließend blickte er auf die vergangenen 896 Tage zurück, seitdem die alte Kirche entwidmet wurde. Nun aber war die neue Kirche fertiggestellt. Der Apostel weihte sie als ein Haus Gottes und bat im Weihegebet um Gottes Segen für die Gemeinde und ebenso für die Menschen, die in den Wohnungen über und neben der Kirche leben. Zugleich übermittelte er der Gemeinde die herzlichen Grüße des Bezirksapostels.
Im Mittelpunkt der Predigt stand das Bibelwort aus Psalm 36, 9.10:
„Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“
Apostel Vicariesmann nahm dieses Wort zum Anlass, die verschiedenen Elemente des neuen Kirchenraumes näher zu betrachten.
Der Altar ist Offenbarungsstätte des Wortes Gottes und der Ort, von dem Segenshandlungen ausgehen. Seine Gestaltung erinnert an die Arche Noah – ein Zeichen für Heil und Errettung.
Orgel und Musik tragen und berühren die Seele – vielleicht sogar dann, wenn Worte nicht mehr wirken können.
Das Kreuz ist das zentrale Symbol der christlichen Kirche und erinnert an das Opfer Jesu Christi. Durch den Sohn Gottes ist das Heil zu den Menschen gekommen.
Die künstlerisch gestalteten Fenster greifen das Thema „Gott ist Licht“ auf. Im Regenbogen wird das ganze Spektrum des Lichts sichtbar. Das schlichte Licht möge die Menschen berühren und ihnen Orientierung geben.
Die Abendmahlskelche und die Taufschale stehen bereit, wenn sie gebraucht werden. Von den Sakramenten, die in ihnen gefeiert werden, möge immer wieder eine stärkende und kräftigende Wirkung ausgehen.
Nach der Freisprache und der Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Apostel den festlichen Gottesdienst mit Gebet und Segenszuspruch.
„Willkommen im neuen Zuhause!“ – dieser Satz war an diesem Sonntag weit mehr als eine Begrüßung. Er war zugleich Ausdruck der Freude über das neue Gotteshaus und der Hoffnung, dass sich hier viele Menschen willkommen und geborgen fühlen.
Feierstunde
Am frühen Sonntagnachmittag schloss sich an den Weihegottesdienst eine Feierstunde an. Dazu waren Gäste aus dem Kreis der Architekten und der Projektleitung, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) sowie aus Politik und Verwaltung eingeladen.
Den Auftakt bildete ein Orgelstück, bevor Apostel Ralf Vicariesmann die Gäste begrüßte. Anschließend gaben einige Redner Einblicke in die Entstehung und Gestaltung des Kirchengebäudes.
Architekt Ekkehard Vogt vom „Team MOSAIK“ stellte das hier verwirklichte besondere Konzept eines Kirchenbaus vor: Die Kirche ist Bestandteil eines Wohnkomplexes. Einen Schwerpunkt legte er auf die ökologische und nachhaltige Bauweise. Dabei spielte insbesondere der Werkstoff Holz eine zentrale Rolle.
Der Künstler Tobias Kammerer M.A. erläuterte anschließend die künstlerischen Akzente des Kirchenraums und ihre symbolische Bedeutung. Das zentrale Thema der Fenster ist das Licht – ausgehend von den Worten Jesu Christi: „Ich bin das Licht der Welt.“ Der Altar erinnert mit seinen schiffsbauartig angeordneten Holzplanken an die Arche Noah. Sie steht als Sinnbild für Rettung, Hoffnung und einen Neuanfang. Auch die Taufschale hat eine symbolische Gestaltung. Die gläserne Schale steht auf einem dreiteiligen Unterbau, der auf die Dreieinigkeit Gottes hinweist. Die blauen Farbtöne schaffen zugleich einen unmittelbaren Bezug zum Wasser – dem Wasser der Taufe.
Ein besonderer Moment der Feierstunde war die symbolische Schlüsselübergabe. Projektleiter Björn Seldte überreichte der Gemeindeleitung einen überdimensionalen Schlüssel. Zugleich dankte er den Planern und Handwerkern für ihre Arbeit und übergab der Gemeinde einen Friedensbaum.
Diakon Alexander Sommer stellte anschließend die neue Orgel vor und gab anhand ausgewählter Klangbeispiele einen Eindruck von ihren musikalischen Möglichkeiten.
Grußworte überbrachten Johannes Naether (Präsident des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten), dessen Grußwort von Hirte Carsten Fink verlesen wurde, sowie Pastorin Wiebke Dankowski (Ev.-lutherische Kirchengemeinde Dedensen-Gümmer) und Alfred Zschau (Röm.-katholische Kirchengemeinde St. Adalbert, Hannover-Leinhausen).
Mit dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser neigte sich die Feierstunde ihrem Ende zu. Apostel Vicariesmann beschloss die Veranstaltung mit einem Gebet und dem aaronitischen Segen. Den Schluss bildete das gemeinsam gesungene Kirchenlied „Nun danket alle Gott“.
„Nachmittag der offenen Tür“
Im Anschluss an die Feierstunde öffnete die Gemeinde ihre Türen für einen „Nachmittag der offenen Tür“. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, die neue Kirche in Ruhe zu besichtigen, sich umzusehen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Besonders die angebotenen Rundgänge stießen auf großes Interesse. Dabei gab es viel zu entdecken: vom Kirchenraum über die künstlerisch gestalteten Elemente bis hin zu den Besonderheiten des neuen Gebäudes. So konnten die Besucher die neue Kirche nicht nur kennenlernen, sondern sie auch als einen Ort erleben, an dem sich Menschen begegnen und Gemeinschaft erfahren.
Das Kirchengebäude
Das neue Kirchengebäude steht auf dem Grundstück der früheren Kirche – verbunden mit einem Wohnkomplex mit insgesamt 34 Wohnungen. Damit hat die Gemeinde wieder ein eigenes Zuhause. Die Adresse – dieselbe wie früher: Alveser Weg 7 in 30419 Hannover.
Das neue Gebäude bringt auch Vorzüge mit sich. Die Architektur entspricht modernen Anforderungen und berücksichtigt insbesondere ökologische Gesichtspunkte. Die barrierefreie Gestaltung ermöglicht es Menschen mit körperlichen Einschränkungen, ohne Hindernisse an den Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen teilzunehmen.
Neben dem Kirchensaal und der Sakristei stehen ein Mehrzweckraum für unterschiedliche Veranstaltungen, eine Küchenzeile, eine Garderobe sowie moderne Sanitärräume zur Verfügung. Im ersten Obergeschoss befinden sich weitere Räume, die vor allem für die Sonntagsschule der Kinder genutzt werden können.
Auch technisch ist das neue Kirchengebäude zeitgemäß ausgestattet. Heizung und Lüftungsanlage – letztere mit Wärmerückgewinnung – entsprechen modernen Anforderungen. Gleiches gilt für die Beleuchtungs- und Übertragungstechnik. Eine wirksame Schalldämmung trägt zudem dazu bei, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnungen möglichst wenig durch die kirchlichen Aktivitäten beeinträchtigt werden.
Vieles ist nun anders als früher, manches wird sich erst entwickeln müssen. Doch eines ist besonders wichtig: Die Gemeinde hat wieder ein eigenes Zuhause. Viele fleißige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den Tagen vor der Einweihung mit großem Einsatz dazu beigetragen, die neuen Räume für den ersten Gottesdienst herzurichten. Auch der Chor konnte bereits zweimal im künftigen Kirchensaal proben.
Und eine liebgewonnene Tradition wird selbstverständlich fortgesetzt: Nach dem Gottesdienst lädt der „Kirchenkaffee“ weiterhin zum Verweilen und zum Gespräch ein – künftig vielleicht etwas enger, aber sicher nicht weniger herzlich.
Neuapostolische Kirche