Trauerbegleitung –
eine Ergänzung zur
Seelsorge

Bereits im letzten Jahr benannte Bezirksapostel Rüdiger Krause den Bereich der „Trauerbegleitung“ als ein neues Aufgabenfeld der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland. Auf einem Seminar für Bezirksämter im April 2017, stellten die Referentinnen Leonore Matouschek und Anja Dose die Herausforderungen der Trauerbegleitung vor.

Leonore Matouschek steht als professionelle Trauerbegleiterin der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland seit 17 Jahren beratend zur Verfügung. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anja Dose entwickelte sie nun ein Schulungskonzept, um interessierten Mitgliedern die Grundlagen der Trauerbegleitung zu vermitteln.

Die Arbeit der Trauerbegleiter sei eine anspruchsvolle Tätigkeit und erfordere eine professionelle Vorbereitung, so Bezirksapostel Krause in seinem Rundschreiben im April 2017. Durch die Schulungen soll das kirchliche Angebot erweitert und die Seelsorge der Amtsträger unterstützt werden. Bisher nahmen insgesamt 55 Mitglieder an den Schulungen teil.

Trauer – eine natürliche Reaktion

Fast jeder Mensch habe in seinem Leben bereits Trauer durch den Verlust eines nahestehenden Menschen erleben müssen. Viele Betroffene seien überwältigt von Gefühlen der Verunsicherung, Traurigkeit, Wut, Angst, Einsamkeit oder gar Schuld und wünschten sich in dieser schwierigen Lebenssituation eine liebevolle Begleitung, erklärte Leonore Matouschek den Schulungsteilnehmern.

Trauer sei eine ganz natürliche Reaktion des Menschen auf den Verlust einer nahestehenden Person. Einige fühlten sich betäubt und antriebslos. Der Schock und die Verzweiflung, wie die Zukunft nun sein würde, erschweren den Trauernden den veränderten Alltag.

Annehmende Begleitung bieten

„Es gibt keinen falschen Weg der Trauer, denn jeder Mensch verarbeitet das Erlebte ganz individuell“, betonte Anja Dose gegenüber den Teilnehmern bei der Vorstellung des sogenannten „Kaleidoskop des Trauerns“ von Chris Paul. „Wichtig ist das Wissen um die verschiedenen Reaktionen des Trauernden“, ergänzte Leonore Matouschek, „der Betroffene sollte sich in seinem individuellen Ausdruck von Trauer angenommen und akzeptiert fühlen.“

Annehmen bedeute, den Trauernden den nötigen Raum zu geben, ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen. Oft reiche schon das vorbehaltlose Zuhören, damit Gefühle, Gedanken oder Erinnerungen ausgesprochen werden können.

Wie geht es weiter?

Nach Magdeburg und Leipzig, fand im Juli 2018 die dritte Schulung in den Räumlichkeiten der Verwaltung in Hamburg statt. Ihren Abschluss findet die Schulungsreihe im September 2018 in Rostock.

Die geschulten Trauerbegleiter erarbeiten künftig in ihren Bereichen ganz individuelle Angebote. So werden vor Ort Gruppen-, Einzelgespräche, Trauercafés, Spaziergänge oder Seminartage angeboten. Die Bezirks- und Gemeindevorsteher können Betroffene und ihre Angehörigen vor Ort über die Angebote informieren und den Kontakt zu den jeweiligen Begleitern vermitteln.

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