The Gospelsingles geben Konzert in Celle

„Das war einfach super!“ „Ich habe mich von eurer Freude anstecken lassen!“ „Leute, so was hatten wir hier in Celle schon lange nicht mehr!“ „Ich bin total begeistert!“ „Gospel macht einfach Spaß“ – So und ähnlich waren die Reaktionen auf ein außergewöhnliches Chorkonzert am Samstag, dem 21. Juli in der Kirche Celle.

Aber fangen wir am besten vorn an:

Schon am frühen Samstagvormittag kamen sie – die Gospelsingles. Achtunddreißig singfreudige Geschwister, die seit 2001 rund 8 bis 10 Konzerte pro Jahr geben. Und zwar überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Gegründet wurde der Chor anlässlich eines Single-Treffens. Das war im Jahr 2000. Bereits ein Jahr später gab es das erste Konzert. Ursprünglich als reiner Gospelchor gestartet, fanden die mittlerweile rund 90 Sängerinnen und Sänger auch Gefallen an afrikanischer Musik sowie an Chorälen aus USA und Kanada. Das führte dazu, dass sich eine ganz spezielle Mischung ergab, die zu dem aktuellen Motto des Chores führte: „anders als erwartet“ (Informationen im Internet unter: www.gospel-singles.de).

In Celle kamen sie also an – die andere Hälfte des Chores begleitete an diesem Samstag eine Hochzeit von Gospelsingles. Von Kiel bis Gießen ist das „Einzugsgebiet“ der Sängerinnen und Sänger. Sogar mit der Bahn ist jemand angereist! Nun startete ein eigentlich typisches Gospelsingle-Treffen: Kirche besichtigen, Räumlichkeiten ausloten, Technik aufbauen, Instrumente testen und registrieren, Einsingen, Probenarbeit. Und immer wieder zwischendurch kürzere oder längere Pausen. Und die genossen sie ausgiebig, denn (so ein Chormitglied): „Die Verpflegung hier ist einfach umwerfend! Wir werden hier sehr ausgiebig verwöhnt! Ihr seid eine tolle Gemeinde!“ Tja, da ist es auch nicht verwunderlich, dass sie es nicht geschafft haben, das sehr umfangreiche Buffet leer zu essen. Besonders gut kam auch an, dass Getränke ohne Kohlensäure angeboten wurden – das verhindert einen „Blähbauch“ beim Proben und Singen.

Bis 15:30 Uhr zog sich so die „Einarbeitung und Vorbereitung“ hin. Um 16:00 Uhr hieß es dann: Stellprobe, Licht- und Soundcheck sowie letzte Feinabstimmung des Gesangs. Und dann – um genau 16:30 Uhr – war Einlass für die Zuhörer. Erst noch etwas spärlich, dann aber um kurz vor 17:00 Uhr waren doch über 100 Besucher da – und auch rund 30 Gäste konnten begrüßt werden.

Es war genau 17:06 Uhr, als sich leise die Tür zum Kirchensaal öffnete und die Gospelsingles sich aufstellten. Und dann ertönte „Wasma ajelile“ (Der Herr hat uns gesendet, Halleluja!). Bei diesem Stück aus Ghana bewegten sie sich von hinten an den Seiten des Kirchenschiffs zum Altarraum, wo sie Aufstellung nahmen. Es folgte „Come Christians, join to sing“ (Kommt ihr Christen, lasst uns zusammen singen und den HERRN lobpreisen. Unser Preis soll den Himmel füllen).

Hirte Andreas Filler begrüßte Chor und Zuhörer und erwähnte dabei, dass „Gospel“ ja per Definition nicht die Art der Musik an sich ist, sondern die „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft“, also das Verkünden des Wortes Gottes. Somit erwarte er eine ganz besondere Verkündigung durch die zu erwartenden Lieder. Durch das weitere Programm führte dann die Sprecherin des Chores, Galina Schwarz. Zu jedem der zu hörenden Stücke gab sie kurzweilige Informationen zum Inhalt und teilweise zur Entstehung. So konnte man auch noch etwas lernen...

Ganz wichtig: ALLE, also auch die Zuhörer, wurden bei fast jedem Stück mit einbezogen und durch sehr eindeutige und ausführliche Zeichen des brillanten Chorleiters zum Mitmachen animiert (dazu ging er sogar mal auf die Empore, als die dort Sitzenden wohl nicht so recht mitmachen wollten...). „Der Eintritt ist ja frei, also sollen die Zuhörer auch was tun“, sagte der Chorleiter scherzhaft. Bei dem Stück „Here I am, Lord“ (Hier bin ich, HERR) konnten sogar alle mitsingen (kleine Textblätter wurden beim Betreten des Saales verteilt).

Ja und dann ging es erst so richtig los. Es folgte eine Mischung aus Gospel, Worship, Choral usw. Mal ruhig und mit exzellent deutlichen Piano-Passagen, mal explodierend und mit gewaltigem Fortissimo. Mal mit Flügelbegleitung und mal mit Orgel – alles war da drin, in dieser sehr ausgewogenen Liedauswahl. Zur Erinnerung für die, die dabei waren, hier ein paar der Titel:

  • „We shall overcome“ (Wir sollen überwinden, Hand in Hand gehen, im Frieden leben und Brüder sein)
  • „Swinging in my heart“ (Jesus swingt in meinem Herzen. Woher ich das weiß? Ich fühle es !)
  • „Jesu asali awa“ (Jesus ist mitten unter uns) (aus Sambia)
  • „I need Thee every hour“ (Ich brauch dich allezeit)
  • „Angels watching over me“ (Den ganzen Tag und die ganze Nacht wachen Engel über mich)
  • „Amacing grace“ (Unermessliche Gnade) und viele andere mehr.

Gegen Ende dieses wirklich tollen Konzertes wurden alle aufgefordert, sich an den Händen zu halten und gemeinsam „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“, einen irischen Segensgruß, zu singen.

Und dann kam der fulminante und einem Feuerwerk gleichende Höhepunkt mit dem tollen Choral „O for a thousand tongues“ (Tausend Zungen mögen dich preisen, tausend Hände dir die Ehre geben). Das unsere Orgel soooooo einen überwältigen Sound haben kann und dazu der Chor in einem wahren Sturm noch mal alles geben kann, hat mich fast aus den Socken geschubst. WOW!!!

Also eins war auch klar an diesem Samstagabend: Ohne Zugabe ging gar nichts. Und so hörten wir zwei weitere Stücke, bevor der Chor „Njooni woote“ (Kommt alle und jauchzt unserem HERRN) singend den Saal verließ.

Der donnernde Applaus zeigte, wie sehr es allen gefallen hat. Wer will, kann jetzt noch mal den ersten Absatz dieses Artikels lesen...

Fest steht: Die Gospelsingles sind bis 2013 komplett ausgebucht (was wohl kaum verwunderlich ist). Aber in 2014 hätten wir noch eine Chance, sie wieder in Celle zu haben. Ob wir sie einfach wieder einladen sollen?

Autor: H.W. Fotos: HW und SR