„St. Laurentius klingt“

Die fast 800 Jahre alte Kirche der St. Laurentiusgemeinde in dem schönen Heideort Müden (Örtze) war im Rahmen der Veranstaltungsreihe „St. Laurentius klingt“ Aufführungsort für ein Konzert des NAK-Projektchores aus den Gemeinden Hermannsburg und Unterlüß. Das Konzert fand unter der Leitung von Herbert Wenzel statt.

Die Cellesche Zeitung vom 23. Juli 2010 berichtet über das Konzert unter der Überschrift "Melange aus Hingabe und Expressivität". Mit der freundlichen Genehmigung der Celleschen Zeitung folgen hier der Bericht und Fotos.

I.M.

Melange aus Hingabe und Expressivität

MÜDEN. Im Rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe „St. Laurentius klingt“ der Müdener Kirchengemeinde trat am Mittwoch der Projektchor der
Neuapostolischen Kirche Hermannsburg/Unterlüß vor einem begeisterten
Publikum in der historischen Müdener Kirche auf. Unter dem Motto „Gott ist
mein Lied“ standen von Beethoven, Mendelssohn und anderen Komponisten
vertonte Bibelworte auf dem Programm. Dabei bestach der 18-köpfige Chor
unter der Leitung von Herbert Wenzel durch ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen detaillierter Ausgestaltung der Texte und effektvoller Wahrnehmung der rein melodischen Optionen der ausgewählten Lieder. Da war zum einen ein herzhaft-kerniger, emotionsgeladener, ganz am Text orientierter Ton zu vernehmen, etwa im Psalm 91 mit dem bekannten Vers „Denn er hat seinen Engeln befohlen“. Zum anderen aber auch immer wieder empfindsame, ja fragil-chromatische Töne, beispielsweise in den Psalmen 27 („Der Herr ist mein Licht“) und 62 („Meine Seele ist stille zu Gott“).


Die Klangqualität, souveräne Sprachbehandlung und strukturelle
Durchsichtigkeit verbanden sich bei diesem Projektchor zu einer beachtlichen
A-cappella-Kultur. Da wurde nicht einfach vom Blatt herunter gesungen,
sondern mit viel Emphase den Texten Volumen verliehen: Eine ausgefeilte
Umsetzung des Wortes in Töne, eingebettet in eine sorgfältig gestaltete
Terrassendynamik. Vom leidenschaftlichen, dem Gotteslob ergebenen Crescendo bis zum andachtsvollen, einfühlsamen Verklingen vermittelte der Chor vor allem bei den Mendelssohn-Vertonungen eine fein nuancierte Verbindung traditioneller Satztechniken mit der zeitgenössischen frühromantischen Tonsprache. Die Stimmen verschmolzen zu einem Klangkörper von auffälliger Homogenität, gekrönt durch einen mitreißenden choralen Wohlklang. Eine gelungene gesangliche Melange aus Hingabe und Expressivität, aus stiller Demut und leuchtender Strahlkraft.

Quellennachweis:Cellesche Zeitung vom 23.07.2010,

Bericht und Fotos Rolf-Dieter Diehl