Andacht mit Liedern und Texten von Paul Gerhardt

Ein Projektchor unter der Leitung von Daniel Kunert gestaltete in unserer Kirche Wietze eine Andacht mit Liedern und Texten von bzw. zu Paul Gerhardt. In einem anschließenden Beisammensein ließ man das schöne Erleben ausklingen.

Andächtig zuhören und über das Gehörte nachdenken - das erlebten die Besucher der Andacht mit Liedern und Texten von bzw. zu Paul Gerhardt am 29. Dezember 2007 in unserer Kirche in Wietze. Gestaltet wurde sie von einem Projektchor unter Leitung von Daniel Kunert.

"Ich hab oft bei mir selbst gedacht,
wenn ich den Lauf der Welt betracht,
ob auch das Leben dieser Erd
uns gut sei und des Wünschens wert,
und ob nicht der viel besser tu,
der sich fein zeitlich leg zur Ruh."

Das waren die Worte, mit denen der Chor die Zuhörer begrüßte. Paul Gerhardt hat in seinem Leben viel erdulden müssen und schlimme Zeiten, Kriege, Traurigkeit und Leid durchlitten. Diese seine Wort sind verständlich. Doch sie gehen weiter. Sein Glaube und sein Vertrauen auf Gott sind so unerschütterlich, dass er selbst in den schlimmsten Zeiten dichtet:

"Nichts, nichts kann mich verdammen,
nichts nimmt mir meinen Mut:
Die Höll und ihre Flammen
löscht meines Heilands Blut.
Kein Urteil mich erschrecket,
kein Unheil mich betrübt,
weil mich mit Flügeln decket
mein Heiland, der mich liebt."

Der Chor spannte auf schöne Weise den Bogen von Verzweiflung zu Zuversicht und Vertrauen in Gott.

Evangelist Uwe Thönsen stellte die Notwendigkeit der Entscheidung gegenüber Gott in das Bewusstsein der Zuhörer. Paul Gerhardt entschied sich für Gott. Diese Entscheidung begleitete ihn sein Leben lang. Aus ihr gewann er Zuversicht. Auch wir müssen eine Entscheidung treffen. Wenn wir uns für Gott entscheiden, wird er uns Kraft geben.

Kreiskantor Ingo Hoesch aus Dorum referierte über Leben und Wirken von Paul Gerhardt.

"Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit."

Diese Worte schreibt Paul Gerhardt am Ende fast jeder Strophe des Liedes "Sollt ich meinem Gott nicht singen". Ingo Hoesch stellte diese Zeilen in Bezug zu Leben und Wirken des Dichters. Paul Gerhardt richtete sein Leben nach Gott aus. Die Lebensumstände, so schlimm sie auch waren, konnten ihm nicht den Blick auf Gottes ewige Liebe nehmen. Das sollte auch uns zur Stärkung dienen.

Im Anschluss an die musikalisch und textlich anspruchsvolle Stunde standen den Besuchern kleine Erfrischungen zur Verfügung, von denen reichlich Gebrauch gemacht wurde. Der Büchertisch mit Literatur zu Paul Gerhardt und anderen christlichen Themen war viel umlagert. Am Schluss waren sich alle einig: Es war ein schöner und besinnlicher Abend, der in ähnlicher Form wieder einmal stattfinden sollte.

Sa. Ku.